Freitag, 28. März 2008

FW: Suche meinerseits




Von: "Rainer Kyster"
Gesendet: 27.03.08 16:37:09
An: Betreff: Suche meinerseits

Hallo Marion,

mache ich mich also dies Mal auf den Weg und suche die Ente? Mein Problem besteht gerade in der Kommunikation. Irgendwie klappt es da nie so richtig, und ich weiß nicht genau, woran das liegt. Ich hatte vor Jahren eine intensive mail-Kommunikation mit der Mutter meiner Schwiegertochter. Doch irgendwann fiel mir auf, daß diese Kommunikation, die wegen gemeinsamer Interessen angefangen wurde gar keine Kommunikation war. Ich bekam keine Antworten auf meine mails, ich bekam praktisch die eigenen mails in anderer Form zurück. Da es sich um philosophische und auch Fragen des Schreibens von Romanen handelte wurden meine Überlegungen von der Dame in Form von Fragen an mich zurückgesandt, natürlich verklausuliert als Meinung.

Beim Nanoblog hatte ich mich in erster Linie beteiligt, weil ich enorme Schwierigkeiten habe Geschichten zu schreiben. Ich hoffte auf Kontakte zu Gleichgesinnten, die - und das war ja auch der Fall - meine Selbstzweifel zerstreuen könnten, die mich seit mehr als zehn Jahren hinderten Ideen umzusetzen, an denen kein Mangel besteht. Der Mangel besteht in der Begabung.

Ich bin Sozialwissenschaftler ich kann Strukturen und deren Wirkungsweise analysieren und erklären, ich kann dies sogar anhand von Beispielen recht gut verdeutlichen, aber ich kann es eben nicht in Form von Geschichten erzählen. Die Ratschläge einschlägiger Bücher über creative writing, von denen ich schon zu meiner Schul- und später Studienzeit einige durchgearbeitet habe gehen von Szenarien aus, mit denen ich wenig anfangen konnte. Was will ihr Protagonist? Gute Frage, aber meine Protagonisten wollen eigentlich nichts spezielles, sie sind in Situationen befangen, die ihr Handeln bestimmen. Oder nimm den Ratschlag auf jeder Seite möglichst einen Konflikt zu haben. Was soll denn der Mist? Meine Figuren haben keine solchen Konflikte, und dies gilt weitgehend für alle 13 Romanideen mit denen ich zur Zeit rumspiele. Auch eventuelle Konflikte ergeben sich aus den Umständen, die sich wiederum im Verlauf der Beschreibung der Handlungen der Figuren ergeben.

Beim NaNoWriMo habe ich zumindest festgestellt, daß ich in der Lage bin talking heads zu schreiben, und zwar ziemlich schnell, denn nach 16 Tagen hatte ich meine 56.000 Worte fertig gehabt. Damit ergab sich das nächste Problem, das ich wegen des Fehlens jeglicher Kommunikationsmöglichkeit allein auf mich gestellt hätte lösen müssen: wie mache ich die Figuren deutlich, wie die Schauplätze meiner Handlung, wie den Background der Schauplätze?

Auf der Suche nach einer Lösung dieser Probleme stieß ich dann auf eine website, die irgendwer aus dem Nanoblog erwähnt hatte, eine amerikanische Website, die als recht umfangreiche Gemeinschaft organisiert ist und ein eigenes Internetmagazin hat, dessen Beiträge sehr inspirierend sind. Doch fehlt natürlich der feedback, da ich nun einmal nicht in Englisch sondern in Deutsch schreibe.

Je intensiver ich mich mit dieser site beschäftigte um so mehr entdeckte ich dort. Die beiden entscheidenden Damen, die dieses Projekt leiten haben e-books geschrieben, die sich mit dem Romanschreiben beschäftigen, im einen Fall ein zweibändiges Buch, das auf einem Schreibkurs beruht, der in 104 Kapiteln verspricht einem all das beizubringen, was die Autorin, die unheimlich kommunikativ ist, über das Schreiben weiß.

Nun versuche ich diese Schritte auf meine Ideen für Geschichten anzuwenden, was - da es sich um fantasy-Autorinnen handelt - nicht immer ganz einfach ist, und natürlich auch noch zu keinen richtigen Ergebnissen geführt hat.

Wenn wir also eine mail-Kommunikation zustande brächten, bei der wir solche und ähnliche Probleme wälzen könnten, wäre das wirklich phantastisch, denn wie gesagt, um deine Fähigkeiten einfach Geschichten zu schreiben, in denen Handlungen vorkommen, die lebendig sind, oder Schauplätze sichtbar werden, beneide ich dich schon ein wenig. Ich bleibe immer irgendwie im Erklären stecken und muß dies irgendwie auch akzeptieren. Doch da also meine Geschichten im Entwurf talking heads werden sollten, muß ich einen Weg finden, beim Überarbeiten jene Aspekte des Romans ins Bild zu bringen, die aus einem Hörroman einen Sehroman machen könnten.

Es ist schon recht frustrierend Ideen zu haben, die ich erklären kann, aber nicht über die technischen Mittel zu verfügen diese Zusammenfassungen in Einzelszenen zu zerlegen, die das illustrieren, was ich vor meinem geistigen Auge durchaus lebhaft wahrnehme.

Meine Idee zweier Planeten gehört sicher in den Bereich des science fiction, doch da es sich eben in erster Linie um soziale Zusammenhänge handelt, die ich in einer romanhaften Form darstellen will helfen mir jene Tips wenig, die mit technischen Spielereien althergebrachte Konflikte illustrieren.

Hinzu kommt erschwerend, daß mir beim Lesen von Romanen deutlicher als früher auffällt, was die "erfolgreichen", da veröffentlichten Autoren alles falsch machen, zumindest so machen, daß ich wortreich begründete Kritik an ihrem Schreiben anmelden kann. Im Moment lese ich Christel die Buddenbrooks vor und ich kann mich nur wundern, wie man für einen solchen Schund den Nobelpreis bekommen konnte. Oder ich lese die Romane zu Filmen, die ich gesehen habe, und muß feststellen, daß einige dieser Romane echte amerikanische Hausfrauenromane sind, bei denen sich die Frage stellt, warum ich damit meine Zeit vertrödele. Andererseits muß ich zugeben, daß einige der Autorinnen die ich in letzter Zeit gelesen sehr gekonnt mit dem Medium umgehen, selbst wenn der Inhalt trivial ist.

Die besten Bücher, die ich in den letzten drei, vier Monaten gelesen habe stammen von Barbara Kingsolver. Aber auch Jane Rule ist eine großartige Autorin und ganz besonders begeistert hat mich der Roman Lisa Sees Der Seidenfächer. Dumm nur, daß ich genau das nicht hinbekomme, was diese Frauen hinbekommen, und eben auch nicht genau weiß, wo genau der Fehler bei meinem Schreiben liegt. Ein anderer Roman, der mir sehr gut gefallen hat war Margaret Forster: Ein Zimmer, sechs Frauen und ein Bild obgleich ich da einiges an Kritik anmelden konnte.

Da ich annehme, daß du mit dem Schreiben keine Schwierigkeiten hast, kannst du mir ja bei Gelegenheit einmal erklären, wie man es anstellt einfach eine Geschichte zu schreiben, ohne sich selbst ständig mit der eigenen Kritik im Weg zu stehen, und wenn diese schweigt mit Vorstellungen, die sich nicht umsetzen lassen?

ein immer noch frustrierter R. K. der aber zumindest seinen Tagesablauf soweit organisiert hat, daß er sich immer häufiger der Beschäftigung mit dem Romanschreiben widmen kann. Es ist nämlich gar nicht so leicht, aus einer Erklärer- und Kommentierexistenz in eine Erzählerexistenz umzuschwenken, allzu sehr steckt es einem im Blut bestimmte Dinge ausführlich zu analysieren um sie dann in ellenlangen Dagbognotizen oder ebenso ellenlangen Kommentaren in eingescannte Bücher niederzuschreiben.




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Dienstag, 12. Februar 2008

12022008

  1. You should be able to come up with a single line to explain your story idea. The first
  2. Assignment is to write down your single line idea -- and then expand it into more material. Revise what you have written into no less than 50 but no more than 100 words. Example 1: A man plots to kill his wife and her lover. // Learning that a corporate-induced disaster has killed thousands, a man who has played along with his wife's business games finds he can no longer turn a blind eye. Knowing the power of those in the company, he carefully plans to kill his wife and her lover, two high ranking officials whom he considers responsible for negligence and greed.
  3. Assignment Give the main genre and list a few things linking your work to this category. You can also explain anything that is cross over or subgenre material. Example 1: A man plots to kill his wife and her lover. // I'm going to assume this one would fall under something like mainstream fiction. I've never written this genre before. It might be a corporate thriller instead or something along that line, but I won't know until I define more of the story. Right now, though, I'll drop it into mainstream fiction
  4. Thema:
  5. a description of a human situation: love, Liebe, betrayal Verrat, hope Hoffnung, despair Verzweiflung, trust Vertrauen, desperation Verzweiflungstat , hatred Hass, vengeance Rache, discovery Entdeckung, madness Wahnsinn, tradition Tradition, pride Stolz. greed Gier, .mistrust Mißtrauen .molesting Belästigung. abuse Mißbrauch. .destination Schicksal Fatum. .justice Gerechtigkeit freedom Freiheit, integrity Lauterkeit, loyalty Loyalität, regret Bedauern/Reue, sorrow Kummer/Trauer .carelessness Leichtsinn ... Assignment Work out what you think your theme is going to be. Example 1 Greed // Unchecked greed and power go hand-in-hand with mistrust and betrayal. There are a couple ways I will use this in the story. Obviously people who crave and hoard power will not trust others who might be competitors for their power. And, also obviously, people who do not have power tend to mistrust those who do. But on a personal level, the lure of power can affect relationships with those who pose no direct threat. In this case, the main character's wife (the one whom he is considering how to kill), will have mistrusted her husband, although she has legally made it impossible for him to draw wealth and power from her.
  6. Assignment Write what you see as the main goal that will define the novel and at least two conflicts standing between the main character and achieving this goal. Example 1 The goal is for the main character is to kill his wife and her lover. // Conflict 1 -- The main character has never killed anyone and will have to find a way to do it, as well as come to terms with the idea of killing someone. Conflict 2 -- The power of the corporation is going to put a roadblock to his work, although no one is directly aware of what he intends to do.

 

05/02/08 05:13 Kommentar zur ersten Woche des Kurses Lazette Giffords. Zuerst hatte ich Probleme mit ihrer Aufgabe, denn irgendwie sehe ich zwar ein, daß es besser ist, mit einer sehr vagen Idee zu beginnen, die sich erst im Laufe der Zeit entwickelt, doch andererseits sind meine bisherigen Entwürfe so umfassend, daß ich ziemlich klar sehe, worauf es hinauslaufen könnte. Das Problem bei dieser Art des Vorgehens besteht darin, daß die Geschichte von vornherein in sich "abgeschlossen" ist. Dies ist insofern dumm, weil es schwierig ist, substories einzubauen, und weil meist die Ideen nicht für jene rund 100.000 Worte reichen, die ein echter Roman schon haben sollte.

Der Versuch, bestehende Romane und Filme erst einmal auf einen Kernsatz zu reduzieren, der einem weitere Freiheiten ließe, funktionierte zwar, aber natürlich war ich durch die Kenntnis der Geschichten so festgelegt, daß dieser Weg auch nicht der richtige war, auch wenn durch ihn ich wenigstens dazu fand, die meisten meiner eigenen Ideen auf einen Satz zu reduzieren. Da fiel mir ein, daß ich irgendwo gelesen hatte, man solle sich doch an der Bestsellerliste der New York Times orientieren. Dort werden die ersten zwanzig Bücher durch einen einzigen Satz beschrieben.

Doch wie löst man die zweite Aufgabe der ersten Woche des Kurses? Die Festlegung auf 50 bis 100 Worte beschreibenden Inhalts der Grundidee ist zwar sehr schön, nur, wie macht man es, diesen Text zu schreiben. Und wieder half eine Idee, die sich diesmal an den Titeln der New York Times Bestsellerliste ausprobieren ließ? Aus dem mysteriösen Satz und dem Titel ergeben sich Fragen, die man aufschreiben kann, und aus den Fragen ergeben sich fast automatisch Szenen aus Filmen und Büchern, die einen Hinweis darauf geben, wie man beides umsetzen könnte.

Das Ergebnis kannst du im folgenden nachlesen. Daß ich mich nicht an die 50/100-Vorgabe gehalten habe, finde ich ebenso wenig schlimm, wie die Tatsache, daß ich mich teilweise stärker auf die Fragen konzentriert habe als auf mögliche Antworten. Generell finde ich jedoch diese Methode des Vorgehens sehr inspirierend, selbst wenn man nicht vorhaben sollte, alle oder auch nur eine Mehrzahl der Ideen, die sich melden, wirklich umzusetzen. Ein Riesenvorteil dieser Methode besteht darin, daß man sieht, daß man mehr schreiben könnte, als nur jene eine Hauptidee, mit der wir jeweils gestartet sind, und daß man auch Ideen für Genres hätte, an die man nie im Traum gedacht hätte.

Ich denke also, die erste Woche habe ich damit weitgehend erfolgreich beendet und werde es mir zur Gewohnheit machen, in der New York Times nach Ideen zu suchen, die ich in dieser Form zu Roman- oder Shortstory-Entwürfen entwickele. Und zwar neben jenem anderen Feld der Inspiration, den Artikeln des Christian Science Monitor, mit denen ich bisher zu arbeiten versucht habe.

08/02/08 05:01 Bisher kann ich dem Konzept zustimmen. Erweitert man die Grundidee und erklärt, in welchem Genre man das schreiben könnte, ergeben sich sofort Assoziationen, die weiterhelfen könnten. In der dritten Woche geht es - zumindest fasse ich die Aufgabe so auf - um Emotionen, um die allgemeine Stimmung der Geschichte. Was als Thema bezeichnet werden könnte ist eigentlich nichts anderes als die Festlegung auf eine Allgemeinstimmung der Geschichte. Entscheide ich mich, Hass als Grundthema zu nehmen, werde ich etwas anderes schreiben, als wenn ich das Stichwort "Verrat" zum Thema wähle, selbst wenn der Grundgedanke der Geschichte der gleiche sein sollte. Das eigentliche Problem bei diesem Arbeitspunkt stellen für mich die Begriffe dar, mit denen man arbeiten kann. Sehe ich mich auf die vorgegebenen Begriffe beschränkt, weil mir keine eigenen einfallen, habe ich Schwierigkeiten, unter diesen einige der Ideen zu subsumieren. Deshalb werde ich erst einmal versuchen, möglichst viele Stichworte zu den jeweiligen Ideen zu notieren, ganz danach, welche ich mir als Grundstimmung vorstellen kann.

Bei der Idee zu Tern Island wird deutlich, wie wichtig es ist, eine Idee der handelnden Figuren zu haben. Ohne dies bleibt erst einmal nur als Grundthema die Entdeckung, was aber wenig hilfreich ist, solange ich keine Vorstellung habe, wer da wo was entdeckt und warum?

a description of a human situation:

love, Liebe, betrayal Verrat, hope Hoffnung, despair Verzweiflung, trust Vertrauen, desperation Verzweiflungstat , hatred Hass, vengeance Rache, discovery Entdeckung, madness Wahnsinn, tradition Tradition, pride Stolz. greed Gier, .mistrust Mißtrauen .molesting Belästigung. abuse Mißbrauch. .destination Schicksal Fatum. .justice Gerechtigkeit freedom Freiheit, integrity Lauterkeit, loyalty Loyalität, regret Bedauern/Reue, sorrow Kummer/Trauer .carelessness Leichtsinn ...

10/02/08 03:43 Die bisherige Vorgehensweise des Kurses gefällt mir. Auf diese Weise werden Vorstellungen bezüglich der Geschichte freigesetzt, die erst einmal nicht vorhanden sind. Ich habe zwar nicht recht verstanden, was Gifford mit dem zweiten Teil der Aufgabe der dritten Woche bezweckt, doch ich finde, die Erläuterung zu den gefundenen Themen gibt einem die Möglichkeit, die Variationsbreite der szenischen Möglichkeiten auszuloten und kann beim Schreiben später sehr gut dazu dienen, die einzelnen Szenen stärker auf das eine oder andere Thema hin zu konzipieren, als dies bei unserem bisherigen Vorgehen beim Finden brauchbarer Geschichten der Fall war. Ich werde also diesen Schritt der Arbeit dazu nutzen, bereits Richtungen vorzuschlagen, in denen man später weitere Informationen und Ideen suchen kann.

11/02/08 04:27 Gut, nach Elbspaziergang sieht es so aus, also wenn die zweite Aufgabe der dritten Woche dazu führt, daß man mehrere Möglichkeiten der Entwicklung einer Geschichte sieht, haben wir zwei Möglichkeiten, damit umzugehen. Zum einen können wir eine Variante auswählen, und uns am allgemeinen Dreipunktmodell orientieren - Einführung, Mitte und Schluß mit ein oder zwei Wendepunkten - oder wir haben die Möglichkeit das Thema durch die unterschiedliche Möglichkeit der Themen komplexer zu gestalten, wobei es wichtig wäre deutlicher zu erkennen, daß diese Themenstichworte wie ein hinter dem Text liegender Malgrund betrachtet werden sollte. Wenn also im einen Fall die Möglichkeit besteht Hass und Verzweiflung als Themen zu wählen, dann bedeutete das in dem speziellen Fall, daß die Geschichte von zwei unterschiedlichen POVs aus beschrieben werden könnte. Verwendet man beide Themen gleichzeitig ergibt sich eine alternierende Erzählform, bei der dem Leser suggeriert würde, es kann sowohl so, als auch so gewesen sein. Du Leser, mußt dich persönlich entscheiden, was du annimmst. Andererseits kann diese Teilarbeit auch dazu führen, daß wir unter einer Materialfülle zu ersticken drohen.

Bei der Aufgabe der vierten Woche, oder des 4. Kapitels geht es darum neben dem Ziel eben auch die möglichen Hindernisse zu skizzieren, die der Erreichung des Zieles entgegenstehen können. Der Begriff des Konflikts stört mich einfach zu sehr, als daß er mich nicht in eine falsche Denkrichtung brächte. Insgesamt habe ich hiermit allein schon dadurch Probleme, daß a. ich nicht so konfliktbesessen bin, b. meine Ideen sich einfach gegen die Dreipunktmethode sperren. Kommt c. noch hinzu, daß meine Hauptfiguren in der Regel sich nicht durch entschiedenes Zielerreichungspotential auszeichnen, kann ich mit diesem Punkt so, wie ihn sich Lazette Gifford vorstellt wenig anfangen. Andererseits ermöglicht der Punkt aber bereits eine kurze Skizze der eigentlichen Geschichte, womit der Punkt als vierter Arbeitspunkt seinen Wert haben könnte.

 

Zwei Schwestern: Eine Frau ersteigert die Briefe zweier Damen des vergangenen Jh.

In einer Residenzstadt ersteigert eine Frau bei einer Haushaltsauflösung eine Schatulle mit Briefen aus dem vorigen Jh. und entdeckt das Geheimnis einer der führenden Familien des Städtchens, das mit ihrer eigenen Gegenwart zu tun hat. Warum ersteigert sie die Briefe? Was stellt sie fest, als sie die Briefe liest? Warum hat dies vor ihr noch niemand festgestellt? Wie gehören die Schreiberinnen und die Verkäuferin zusammen. Als sie die Briefe zweier Schwestern ersteigerte, ahnte Kate nicht, daß sie der Schlüssel eines "Familiengeheimnisses" sind, das es offiziell niemals gegeben hat.

Realistic Ficition wäre es, wenn wir als Briefschreiberinnen zwei historische lesbische Figuren wählten, nicht ganz unähnlich dem Buch Margaret Forsters oder zumindest Ereignisse aus dem Leben solcher Frauen adaptierten. In diesem Fall wäre Recherche angesagt. // Literary Fiction würde es, wenn es uns mehr um die psychologische Situation der Briefschreiberinnen ginge, und jener Teil entfiele, der deren Schicksal an das Schicksal der Käuferin bindet. // Romance ist als Form auszuschließen, wäre eher der Fall gewesen bei Sarha and Patience, deren Geschichte ja in jener Zeit spielt. // Eine Möglichkeit bestünde darin, es als Chick Lit zu schreiben, doch auch in diesem Fall müßte ein positives Element in der Geschichte der Briefschreiberinnen enthalten sein, das dann im Leben der Käuferin wieder auftaucht.

Thema: Liebe / Vertrauen / Entdeckung / Stolz

Abhängig von dem gewählten Thema kann sich eine solche Geschichte in unterschiedliche Richtungen bewegen. Es kann sich sowohl um einen Vergleich der Art lesbischer Beziehungen im Laufe der Zeit, seit dem die Briefe geschrieben wurden bis heute, handeln. Doch im Fall dass das Thema heißt: Vertrauen, würde der entsprechende Aspekt dadurch weiter gefasst werden können, daß das Schicksal der einen Figur (z.B. jener der mittleren Generation durch fehlendes Vertrauen tragisch endet). Im Fall der Entdeckung ginge es eher darum, daß die Käuferin bei der Lektüre der Briefe und zusätzlicher Recherche einiges über ihre eigene Herkunft erfährt, was sehr gut zu dem Motiv der Gemme passt. Wenn Stolz eine Rolle als Thema spielte, ließe sich der gesellschaftliche Konflikt thematisieren, der sich aus der gewählten Situation ergäbe.

Beim vierten Kapitel wird deutlich, daß die Käuferin, ähnlich unserer Biographin bei Øwli, erst einmal nicht die eigentliche Zentralfigur der Geschichte sein kann. Sie liest die Briefe, aber sie hat kein eigentliches Ziel, das zu erreichen ihr durch eine antagonistische Kraft verwehrt werden könnte. Sie kann also nur jene Figur sein, durch die die Geschichte entdeckt wird. Ein antagonistisches Element wird erst denkbar, wenn wir davon ausgehen, daß es Figuren gibt, die das Geheimnis bewahren wollen, daß durch die Briefe aufgedeckt werden könnte. Das liefe dann vielleicht auf Kleinstadtmoral hinaus. Andererseits haben wir auf der zweiten Ebene der Briefe natürlich normale antagonistische Situationen. Wollte man also hieraus einen Roman machen, müßte man die beiden "Geschichten" erst einmal getrennt analysieren. Zum einen also die zufällige Entdeckung und die Frage, wie diese zu einer Konfliktsituation führen könnte, zum anderen die Briefsituation mit der ihr innewohnenden gesellschaftlichen Konfliktsituation. Im ersten Fall könnte eine Konfliktsituation dadurch entstehen, daß "legitime" Erben eine Veröffentlichung der Briefe verhindern wollen. Damit hätten wir dann auch ein eher harmloses Ziel der Käuferin. Sie findet die Briefe so interessant, daß sie sie veröffentlichen will, als Exempel der Situation lesbischer Paare im 19. Jh.

 

Toskanageschichte: Eine Frau kauft ein Haus in Italien und entdeckt den Grund ihres ewigen Umziehens.

Sie floh vor den Folgen ihrer Scheidung nach Italien und findet dort ein Haus, das sie unbedingt kaufen muß, nur um dort zu entdecken, daß alle Umzüge ihres bisherigen Lebens die Flucht vor einer Wahrheit waren, die sie seit ihrer Kindheit im amerikanischen Süden sich nicht hatte eingestehen wollen.

Ich würde ein eigenes Genre in biographical fiction sehen, unabhängig davon, daß es diese Gattung offenbar nicht gibt. Am ehesten entspräche dem, was ich mir vorstelle, noch die Realistic Fiction. Den Unterschied würde ich darin sehen, daß im einen Fall - wie bei Cameron Hawleys The hurricanyears und Margaret Forsters Roman - das Leben mehrerer Figuren nebeneinander gestellt wird, während es im Fall einer biographical fiction eben hauptsächlich um das fiktionale Leben einer Hauptfigur geht, wie in diesem Fall. Den Unterschied zur literary fiction würde ich dann eher darin sehen, daß in jenem Fall die Handlung exemplarisch etwas Allgemeingültiges veranschaulichen soll, wie z.B. bei Thomas Manns Doktor Faustus.

Thema: Verrat / Verzweiflungstat /Entdeckung /

Bezüglich Verrat müßte es sich hierbei nicht um wirklich begangenen Verrat handeln, sondern es könnte, gekoppelt mit den beiden anderen Themen, sich um ein Mißverständnis aus der Jugend handeln, das durch die Figur jenes alten Mannes, den wir aus dem Toskanafilm kennen, zur Entdeckung eines Verhaltensmusters der Figur führt, das ihre "Fluchten" erklärt, die in dem gekauften Haus in der Toskana ihren Endpunkt und ihre Lösung findet. Die Verzweiflungstat ist keine dramatische Tat, sondern ein Verhalten, das die Figur bei entsprechenden Situationen an den Tag legt, ohne zu wissen, warum sie handelt, wie sie in solchen Situationen handelt.

Diese Geschichte mit goal und conflict ist zwar gut, aber gefallen tut sie mir dennoch nicht. Meine fiktionalen Figuren stolpern mehr in ihre Abenteuer als daß sie mit starrem Blick aufs Ziel in sie hineinrennen. So will diese Figur natürlich gern wissen, warum sie bei Schwierigkeiten immer das Weite sucht. Dies doch aber erst, wenn sie durch den Gärtner (es ist eben immer der Gärtner), auf das Muster ihres Verhaltens aufmerksam gemacht wurde. Dann erst kann sie entdecken, daß sie als Kleinkind rebellisch war, aber jedes Mal einen auf den Deckel bekam, was ihr späteres Verhalten erklärt.

 

Tern Island: Was geschieht in einer Gesellschaft, in der es keine natürliche Zeit durch den Wechsel von Tag und Nacht gibt?

Der Planet ist durch ein kosmisches Ereignis vor langer Zeit zum Stillstand gekommen. Die Bewohner leben ohne ein natürliches Zeitgefühl, doch aus einer Tradition heraus suggerieren ihre kulturellen Mechanismen etwas, was es für sie überhaupt nicht gibt. So, und was kann man nun hieraus in bezug auf eine Hauptfigur machen? Will die Figur herausfinden, was Zeit wirklich ist? Wie wirkt sich diese "Zeitlosigkeit" auf lebende Materie aus?

Science Fiction. Dazu braucht man keine weitere Begründung.

Thema: Entdeckung / Lauterkeit(integrity) / Loyalität

Das Problem besteht darin, daß wir bis jetzt keine Figur haben, die etwas repräsentiert. Durch die Themenwahl ließe sich vorstellen, daß die Figur eine wichtige Entdeckung macht, die erklärt, warum es zu jenem Zustand gekommen ist, den wir oben beschrieben finden. In diesem Fall hätten wir ein Geheimnis, das entdeckt werden muß. Handelt es sich um Loyalität und Integrität, ließe sich vorstellen, daß es manmade ist, was den Zustand des Planeten verändert hat, und die Figur befindet sich nun in einem Konflikt zwischen individueller Loyalität und gesellschaftlicher Loyalität.

Und auch hier ist die amerikanische Konfliktmethode ungeeignet, wenn wir nicht ganz und gar auf die Startrekschiene im weitesten Sinn einschwenken, und es für denkbar halten, daß ein übelwollender Feind dafür gesorgt hat, daß die Rotation des Planeten zum Stillstand kommt. Damit verschiebt sich aber die eigentliche Intention immer mehr in Richtung üblicher Science Fiction Geschichten.

 

Oxford: Eine Leiche im Stadtwald führt zu einem gesellschaftlichen Skandal an der Universität

Über zwanzig Jahre hatte er seine Verfehlung vergessen können, doch dann holte ihn seine Vergangenheit ein, als seine Frau ein au pair Mädchen, eine junge Doktorandin, einstellte. Sie stellt sich als jenes Kind heraus, das er vor Jahren gezeugt hatte, und sie kennt sein wahres Geheimnis, weshalb sie sterben muß.

Natürlich und fraglos ein Crime und Mysteryroman.

Thema: Verzweiflungstat / Entdeckung /

hier stellt sich die Frage, ob man Ausnützen oder Mißbrauch eben das englische molesting und abuse als Thema wählen könnte, das von Belästigung bis zum sexuellen Mißbrauch etc. reichen kann. Interessant ist, wie bei den unterschiedlichen Themenschwerpunkten, die Sichtweise sich verschiebt, der POV letztlich.

Bei einer Verzweiflungstat stünde die Figur des Täters im Mittelpunkt, und es könnte darauf hinauslaufen, die Geschichte zu einer Kritik gesellschaftlicher Mechanismen werden zu lassen, die Taten wie jene, die Auslöser der Ereignisse war, möglich macht. Im Fall der Entdeckung würde es jene klassische Krimigeschichte der Suche nach dem Täter werden, die sich entweder in der Suche nach der Geschichte erschöpft, oder aber nebenher als substorie Kritik an der Gesellschaft übt, die in bestimmten Fällen Verbrechen unaufgeklärt bleiben läßt, weil die gesellschaftliche Stellung eines möglichen Täters dies als geraten erscheinen läßt. Wählen wir Mißbrauch als Thema, wird es ganz einfach nur die Aufklärung eines Verbrechens sein, die geschildert wird, ganz im Sinne Ed MacBains.

Im Fall eines normalen Krimis ginge es um reine Aufdeckung einer Straftat. Interessanter wäre es, wenn man die Geschichte aus der Sicht des Täters schilderte, der sich von seiner Vergangenheit eingeholt sah und meinte seinen Ruf als Professor verteidigen zu müssen. In diesem Fall ließe sich das gesamte Spektrum der erwähnten Probleme einbeziehen. Insgesamt finde ich die Aufgabe des vierten Kapitels wenig befriedigend, wenn man sie rein auf ein Ziel einer Hauptfigur und zwei antagonistische Elemente reduziert. Einzig die Tatsache, daß es einen bis zu einem gewissen Grad zwingt sich Gedanken zu machen, welche Figur eigentlich im Mittelpunkt steht, habe ich bisher mit dieser Aufgabe wenig anfangen können.

 

Johor: Die Unachtsamkeit eines Gottes stürzt eine Welt in eine existentielle Krise

Das Universum ist ein Ort, an dem die Götter experimentieren und ihren Job als Götter lernen. Einer von ihnen ist bei seiner Tätigkeit nicht so ganz mit bei der Sache, was schreckliche Folgen für "seinen" Planeten hat. Warum ist Johor so, wie er ist und vor allem, welche Folgen haben seine "Fehler" und wie reagiert der universelle Olymp auf seine Fehler?

Natürlich erst einmal Science Fiction, da es außerhalb der normalen Weltvorstellung spielt. Doch da es, wie bei Doris Lessings Canopus-Geschichte, darauf hinauslaufen könnte, daß es bei der Geschichte der Figur des Lerngottes Johor um eine Auseinandersetzung mit realen Entwicklungen der Menschheit geht, käme natürlich auch hier die Gattung der Mythology in Frage.

Thema: regret / carelessness

Hier wird es darauf ankommen, die Handlungen des Anlerngottes auf eine Affäre mit einer attraktiven Göttinen des Olymps als Ursache seiner Verfehlung herauszuarbeiten, um zu zeigen, daß die scheinbaren Fehler der Menschen des Planeten, letztlich nur auf die Sorglosigkeit eines Gottes zurückzuführen sind, der eine falsche Entwicklung seiner Geschöpfe nicht rechtzeitig unterbunden hat. Bezüglich des Aspekts des regret kann dann deutlich werden, welche Folgen diese Eskapade sowohl für den Gott als auch für seinen Planeten hat, wobei die Tatsache, daß die Menschen im Verlauf ihrer Entwicklung nicht mehr an Götter glauben, seine Bemühungen, den Fehler auszubügeln, entscheidend beeinflußen werden. Hier hätten wir dann auch zum ersten Mal bei mir Symbolismus im Spiel.

Nehme ich als Beispiel Johor. Johor möchte sicher Gott erster Klasse werden, aber leider - und das war in den Zeit der Olympier ja nicht selten - läßt er sich allzu leicht von diesem Ziel ablenken, weshalb er sich nicht genug um seinen Planeten gekümmert hat, der -anders als ein vernachlässigtes Tamagushi - nicht stirbt, sondern auf höchst rebellige Abwege gerät. Auch hier haben wir das Problem, daß sich ein klares - für Dreipunktlandung geeignetes - Ziel nicht so ohne weiteres finden läßt. Es sei denn man sieht in seiner moralischen Unreife und deren Folgen bereits einen der erwünschten Konflikte, und in den Folgen, die dies auf seinem "Übungsplaneten" hatte den zweiten Konflikt.

 

Ersatzteilschwester: Sie sollte eigentlich kein eigenes Leben haben, aber sie kämpft gegen ihr Schicksal

Sie ist ungebildet und gilt als geistig zurückgeblieben, doch in Wahrheit ist sie als Ersatzteilschwester ihrer "genialen" größeren Schwester gezeugt worden, die an einer unheilbaren Krankheit leidet, und immer wieder Transplantationen und Transfusionen braucht, um am Leben zu bleiben. Doch sie wehrt sich gegen ihr Schicksal.

Auch hier in erster Linie Mystery, doch mit einem unverkennbaren Hang in Richtung Horror. Eine endgültige Entscheidung hinge davon ab, welcher Aspekt im Mittelpunkt der Geschichte steht.

Thema: Verrat / Verzweiflung / Mißtrauen / Mißbrauch

Und wieder ergibt sich aus der Wahl des Themas bereits eine Grundrichtung der Geschichte, die anhand des Themas immer wieder gefunden werden oder aber überprüft werden kann. Im Fall, daß man als Thema Verrat wählt, nimmt man automatisch eine Beobachterhaltung ein, man schildert die Vorgänge aus der Sicht eines Beobachters, kann also über die ethische Frage reflektieren, und die unterschiedlichen Standpunkte gegeneinanderstellen. Ähnlich sieht es natürlich beim Stichwort Mißbrauch aus, obgleich hier eben der Aspekt der Leidensgeschichte stärker im Vordergrund steht, der Standpunkt der Eltern also von vornherei mißbilligt wird. Die beiden anderen Themenschwerpunkte sehen die Geschichte natürlich in erster Linie aus der Sicht des Opfers, wobei im Fall der Verzweiflung diese Figur eine passivere Einstellung bekommt, im Fall des Mißtrauens dagegen Bemühungen deutlicher werden können, wie es zu der Grundhaltung der Eltern kam, und wie sie versuchen, das Opfer in dem von ihnen gewünschten Sinn zu manipulieren.

Hier ist es wenigstens einmal etwas einfacher. Nach mehr oder weniger "harmlosen" Operationen könnte eine draculagemäße Operation anstehen, vor der sich das Opfer schützen muß, was aber aus zwei Gründen zu scheitern droht. Gehen wir in das Genre Horror, könnten wir uns vorstellen, daß das "Opfer" erst einmal fliehen müßte, und dann in einem weiteren Konflikt sich durch die Helfer bedroht sieht, die ihrerseits durch die Täter korrumpiert sind. Das Ganze ist aber allzu vage, selbst wenn ich schon ziemlich üble Vorstellungen habe, wie sich das entwickeln ließe.

 

Dagboggeschichte: Der Mensch als Mensch existiert dank seiner Erinnerung, doch die ist verloren.

Er ist einer jener Menschen, die zuständig dafür sind, daß es so etwas wie die Menschheit überhaupt gibt. Er verwaltet jene Informationen, die überhaupt erst Geschichte und damit menschliche Existenz möglich machen. Doch er leidet unter Amnesie. Er droht die Existenz menschlicher Wesen zu vernichten, denn was er nicht registriert, das existiert nur im infinitesimalen Augenblick der Gegenwart.

Hier stellt sich wieder das Problem, das ich mit Mythology noch habe, da ich mir noch nicht sicher bin, ob man neue Mythen erfinden kann, und welche Elemente dort entscheidend sein könnten, damit es Mythology wird. Generell kann man von moderner Mythology sprechen, wenn philosophische Überlegungen in einer erzählerischen Form außerhalb der realen Weltvorstellung umgesetzt werden.

Thema: Entdeckung /

Vom Thema her ergibt es sich, daß die Entdeckung der Bedeutung der Tagebuchführung ja einen extrem symbolhaften Aspekt hat, weshalb die Geschichte harmlos beginnen muß, und erst durch seltsame Zufälle deutlich werden kann, welche Bedeutung dieser Tagebuchführung zukommt.

Auch hier, wie in allen anderen Fällen mein eigentliches Problem: der Geschichtensammler kommt durch äußere Umstände in Schwierigkeiten, die erst einmal völlig belanglos zu sein scheinen, weil niemand weiß, worin seine eigentliche Aufgabe besteht. Erst als die Folgen deutlich werden kann die eigentliche Konfliktsituation beginnen, die aber eben nicht personifiziert auftritt, sondern eher symbolisch, ein wenig im Geiste der seltsamen Zusammenhänge, die wir von H.J. Ende kennen. Generell finde ich diese Aufgabe, wie sie konzipiert ist, falsch konzipiert, denn wenn man sich über Ziele und Konflikte Gedanken machen soll, dann beginnen einem automatisch mehr als nur ein, zwei Sätze einzufallen.

 

Mord vor 23 Jahren: Ein "Unfall" in einem Bordell führt auf die Spur eines Mordes vor 23 Jahren.

Sie kann sich nicht erinnern, doch in ihrer Vergangenheit gab es ein Ereignis, das ihr Leben bis zu diesem Tag bestimmt, und durch einen "Unfall" droht jenes Geheimnis gelüftet zu werden, was ihre "Zuhälterin" lebenslang ins Gefängnis bringen könnte.

Mystery was sonst.

Thema: Verrat / Entdeckung /

Wir haben ja bereits den groben Verlauf der Geschichte skizziert, insofern ist es schwierig, hier durch die Wahl eines generellen Themas eine Richtungsänderung herbeizuführen.

Das gilt auch für diese Idee. Die Mörderin versucht die Entdeckung ihrer Tat zu verhindern, kann dies aber erst, nachdem durch den Unfall genannten Vorfall eine Lawine der Investigationen ausgelöst wurde, an deren Ende eben entweder eine zweite Leiche oder eine überführte Täterin steht.

 

Hochzeitstote: Die Hochzeit gilt als Erfüllung aller Ziele, und sie haben Jahrzehnte darauf gewartet, doch was geschieht danach?

Sie waren sich vor Jahrzehnten begegnet und hatten sich unsterblich in einander verliebt, doch die Umstände trennten sie, ohne daß sie einander vergessen konnten. Die Suche nach einander stieß auf Schwierigkeiten, bis das Schicksal sie zusammenführte.

Shortstory, oder eben auch Novelle, da es um einen Grundgedanken geht, der ohne substories auskommen muß und bei dem bestimmte Elemente - in diesem Fall "ewige Liebe" - als zentraler Begriff die alles tragende Rolle spielt.

Thema: Liebe

Und auch hier sehe ich erst einmal nicht so recht, ob dieser Punkt ihres Programms uns weiterhilft.

Klar, hier haben wir es einfach: die Liebenden der Vergangenheit können die ganze Geschichte lang nach Wegen suchen, sich zu finden, aber wie bei den beiden Königskindern ist das Wasser eben immer zu tief. Das ist so langweilig, daß es schon wieder interessant wird.

 

gestohlener Zwilling: Durch Zufall erfährt eine Slumbewohnerin, daß sie einen reichen Zwilling als Schwester hat.

Keine der beiden Frauen hatte gewußt, daß sie Teil eines Zwillingspärchens waren, doch als sie sich das erste Mal begegneten wußten sie, daß sie Schwestern waren, auch wenn dies völlig unmöglich zu sein schien.

Hier ginge es um realistic fiction, wobei die Geschichte dazu dienen sollte, eine Auseinandersetzung zwischen Gen und Umwelt als prägendem Element der Erziehung und Lebensgeschichte aufzuzeigen.

Thema: Entdeckung / Schicksal

Hier ist es wieder etwas leichter, anhand des Themas Ideen zu entwickeln, denn wenn es darum geht, die Entdeckung in den Mittelpunkt zu stellen, wird der Aspekt der Trennung deutlicher herauskommen, wohingegen im Fall des Fatums eben der Gegensatz zwischen der unterschiedlichen Erziehung und der Gleichartigkeit der genetischen Prägung in den Vordergrund gerät und die Gründe der Trennung eher einen Nebenaspekt ausmachen.

Und auch hier: der eine Zwilling weiß nichts vom anderen Zwilling. Da ist erst einmal kein Ziel für irgendeine der Figuren. Haben sie sich gefunden, fehlt - im Gegensatz zu Kästner - auch die Möglichkeit eines Zieles. Es geht nur ganz harmlos um eine Geschichte, die deutlich werden lassen soll, daß der Mensch eben dual aus genetischer und erzieherischer Prägung besteht. Wie man so etwas spannend erzählen kann weiß ich auch noch nicht, aber es besteht eben die Möglichkeit zu zeigen, wie leicht die Seiten hätten vertauscht sein können, wie fragil damit aber auch jedes menschliche Schicksal als klar definiertes griechisches Fatum ist. Letztlich könnte es zu einer Abrechnung mit Sophokles' König Ödipus werden.

 

Verschwundene Leichen: Er wird auf dem elektrischen Stuhl enden, wenn man die Leichen nicht findet, die es überhaupt nicht gibt.

Sie stand ihm mit ihrem, von ihm gezeugten Kind, bei seiner Karriereplanung im Wege, deswegen mußten sie sterben. Doch er leugnet die Tat, und die Leichen wurden nie gefunden. Gab es überhaupt einen Mord, oder war sie nur schneller und schlauer als er gewesen?

Mysterie, selbst wenn es nicht darum geht den Mörder zu finden, sondern darum herauszufinden, ob denn überhaupt ein Mord geschehen ist.

Thema: Desperation / Hass / Rache

In vielen der bisherigen Fälle kann man alle Themenstichworte, oder zumindest das eine oder andere, gemeinsam bearbeiten, und damit der Geschichte interessante Nuancen zuführen. In diesem Fall wäre es geradezu geboten, die Aspekte desperation und die beiden anderen alternierend zu wählen, denn dann kann man im einen Fall den Versuch des potentiellen Mörders darstellen, seine "Unschuld" zu beweisen, während parallel dazu die Möglichkeit dargestellt wird, daß der angebliche Mörder das eigentliche Opfer ist.

Hier hätten wir vielleicht eine klassische Situation dieser Konflikttechnik. Der Angeklagte will seine Unschuld beweisen, sieht sich aber durch die Vorbereitungen seiner beabsichtigten (und vielleicht eben nicht ausgeführten) Tat behindert.

A THOUSAND SPLENDID SUNS , by Khaled Hosseini. (Riverhead, $25.95.) A friendship between two women in Afghanistan against the backdrop of 30 years of war.

Warum ist die Geschichte der beiden Frauen spannend? Weil sie beide lesbisch sind, aber die eine Afghanin und die andere Amerikanerin ist. Was könnte sich daraus ergeben? Als sie als Auslandshelferin nach Afghanistan kam, wollte sie nur den Menschen dort helfen, doch dann verliebte sie sich in eine Afghanin und geriet zwischen alle Fronten.

Es hinge hier vom Ausgang der Geschichte und dem gewählten Schwerpunkt ab, ob es sich um eine Romance oder Relaistic Fiction handelt. Die entsprechende Entscheidung hinge neben dem gewählten Schluß davon ab, ob das Private im Mittelpunkt steht oder das gesellschaftliche Problem.

Thema: Liebe / Hoffnung / Stolz / Vertrauen

Auch hier ergibt sich aus der Wahl des Themas oder der Themen eine Perspektive der Geschichte, die andere Möglichkeiten ausschließt, wenn man eine "normale" dreiteilige Geschichte daraus machen wollte, oder eben gerade durch die unterschiedlichen Aspekte den Rahmen erweitert. Im Fall einer einfachen "unmöglichen" Liebesgeschichte kann man aus der Konstellation ein Drama konstruieren, bei dem der gesellschaftliche Background eine Rolle spielt, es aber mehr um die Rückwirkung auf die Figuren und deren Schicksal ankommt. Bringt man jedoch die anderen Themen ins Spiel, erweitern sich die Möglichkeiten der Darstellung schlagartig, und die fieldsche Dreiteilung mit Wendepunkten etc. erübrigt sich, da die entsprechenden Begriffe ihre eigene Entwicklungsgeschichte innerhalb der Geschichte haben. Generell neige ich zu der komplexeren Variante, da die lineare eben zu sehr mainstream ist.

Hier setzt aus Mangel an Information langsam meine Phantasie aus, obgleich bei dieser Grundidee nach am ehesten zielgerichtete Handlung mit entschiedener Konfrontation antagonistischer Kräfte verbunden werden könnte und eine klassische Dreipunktstruktur sich geradezu aufdrängt.

ATONEMENT Sühne, Buße, by Ian McEwan. (Anchor, $14.95.) A chronicle of the disintegration of an English family’s idyllic life.

Wofür wird die Familie durch disintegration bestraft und auf welche Weise. Nie hätte er gedacht, daß er die Zeche werde bezahlen müssen. Doch seine eigenen Kinder entdecken das Geheimnis seines Erfolges und bedrohen seine Existenz. Er wehrt sich auf die einzige Weise, die er kennt. Er kämpft, doch worum: um seine individuelle Existenz oder um jene Dynastie, die er im Sinn hatte, als er sich auf den deal mit dem Teufel einließ?

Ohne daß ein echtes Verbrechen begangen worden sein muß, kann man es als Mysterie aufziehen, wenn es darum geht herauszufinden, wie die Familie zu jenem Aufstieg kam, der durch die Erkenntnisse der Kinder gefährdet wird. Hätte man jedoch eine historische Vorlage, an die man sich anlehnen könnte, würde daraus auch eine Realistic Fiction zu machen sein.

Thema: Verrat / Entdeckung / Tradition / Gier /

Bei diesem Titel und diesem zusammenfassenden Satz wird sehr deutlich, was Priestley in seinem an Inspector calls deutlich macht. Das Schicksal einer Figur kann aus unterschiedlichen Perspektiven sehr unterschiedlich gesehen werden.

Ausgehend von einem Geheimnis des Vaters bezüglich des Aufstiegs der Familie aus kleinen Verhältnissen, kann man sowohl darin das Ziel der Hauptperson des Vaters sehen, den Ruf zu bewahren, den er hat und der ihn eine Karriere in der Politik hat machen lassen (was dann aber ein wenig mit dem idyllischen Leben kollidierte, wenn dies nicht sowieso als konservative Fassade zu sehen wäre). Da ihn seine Vergangenheit einzuholen droht ergeben sich allein daraus antagonistische Möglichkeiten, aber auch die Haltung der Kinder, die nach strikten Moralvorstellungen erzogen entdecken, daß die Grundlage ihrer Existenz in Wahrheit eine Reihe, wenn auch nicht strafbarer, so doch extrem unmoralischer Taten war, stellt einen Antagonismus dar. Es wäre z.B. denkbar, daß der Vater durch Unterstützung des organisierten Verbrechens in jene Position kam, die seinen kometenhaften Aufstieg ermöglicht hatte.

BEVERLY HILLS DEAD , by Stuart Woods. (Putnam, $25.95.) Murder and political intrigue during the Hollywood Red scare of the 1940s.

Hat der bekannten Autor Selbstmord begangen, oder war es Mord? Niemand hätte ihn je als einen Kommunisten bezeichnet, doch als er ein neues Projekt plante, drohten sie ihm mit dem Subcommitee. Hatte er etwas zu verbergen und schied er deswegen freiwillig aus dem Leben, oder hatte ein anderer Feind nur seine Chance gesehen, eine Rechnung zu begleichen?

Der gleiche Fall wie der vorige, mit dem Unterschied, daß es hier auf die Recherche ankäme, ähnlich wie in einer der Romane Katherine Forrests.

Thema: Verzweiflung

Hier stellt sich die Frage, wie man politisch-soziale Themen als Beschreibung menschlicher Situationen in einem Begriff fassen könnte. Vorschläge nehme ich gern entgegen.

Fällt mir schwer, das in einen Begriff zu packen.

Eine sehr schöne Sache ist es, wenn man solche Themen in den Rahmen eines Kriminalromans einbaut, weil man dann für diesen Teil keine entsprechenden Ideen haben muß. Hier ließe sich allein deswegen mit diesem Arbeitspunkt nichts anfangen, weil der Kampf des Opfers im eigentlichen Sinn ziellos wäre, es sei denn man geht hin und sieht gerade darin das Ziel einen Ruf zu verteidigen, der durch Intrige in einem entsprechenden politischen Umfeld gezielt zerstört werden sollte. Das liefe dann auf private Rache mit Hilfe der Handlanger einer hysterischen Gesellschaft hinaus. Ja, so ließe es sich wohl vorstellen.

BLASPHEMY , by Douglas Preston. (Tom Doherty/Forge, $25.95.) A C.I.A. operative tracks scientists with a huge supercollider who are poised to discover the secret of creation.

Warum Blasphemy? Welche Rolle spielen die christlichen Fundamentalisten in diesem Zusammenhang?

Auf den ersten Blick zwar Mystery, doch wenn man die Rolle der Entdeckung in den Mittelpunkt stellte, ließe es sich auch in den Bereich des Horror entwickeln oder aber in den Bereich des science fiction. Ganz davon abhängig, wie man bei der Entdeckung die Akzente setzt.

Thema: Entdeckung / Gier /

das gleiche Problem wie zuvor.

Es ist und bleibt eben immer mein Problem: ich finde nur schwer eine alles dominierende Hauptperson auf die ich die gewünschten Aspekte anwenden kann. Meine Phantasie funktioniert eben zum einen symstemorientiert und damit kollektiv und nicht so sehr individuenbezogen. Wollte man den CIA-Typen in den Mittelpunkt stellen ergäbe sich die Möglichkeit einer Verschwörungsgeschichte mit christlichen Fundamentalisten als dunkler Macht. Das wäre vielleicht noch die interessanteste Lösung.

BLOOD BROTHERS , by Nora Roberts. (Jove, $7.99.) Three friends and an author in search of a story unite against an eerie schaurig terror.

Horrorgeschichte, bei der die Blutsbrüderschaft auf einen Massenmörder weist, der unterschiedliche Methoden rituellen Mordens anwendet, oder handelt es sich um eine geheime Blutsbrüderschaft mehrerer Mörder?

Natürlich sollte dies in den Bereich Horror gehen, den letztlich muß sich natürlich ergeben, daß es sich nicht um einen variationsreichen Einzeltäter handelt, sondern um eine Gruppe Wesen, die als Menschen erscheinen, aber keine Menschen sind.

Thema: Rache / Wahnsinn /

(wenn es sich um einen Einzeltäter handelte) Fatum (wenn es in den Bereich des Horrors und evtl. mit Vampiren ginge)

Lustig könnte es werden, wenn das Ganze aus der Sicht einer Gruppe Vampire dargestellt wird, die gezwungen sind in einer Weise zu morden, die von den Normalmenschen natürlich nicht gutgeheißen werden kann. Wenn man dazu noch den Aspekt des Unglaubens an solche Wesen nimmt, kann man die Geschichte eine ganze Zeit auf der Schiene eines oder mehrerer perverser Massenmörder halten.

BLOOD DREAMS , by Kay Hooper. (Bantam, $25.) The F.B.I. agent Noah Bishop and his special crimes unit join with an unconventional civilian agency to track a killer.

Worin besteht das unconventional dieser Agency? Es wäre ja möglich, daß wir es mit jenen pensionierten Richtern der Serie zu tun haben, die nicht verurteilbare Täter der Gerechtigkeit zuführen.

Mystery

Thema: Hier stellt sich die Frage, ob Gerechtigkeit als Begriff verwendbar wäre, der die Grundstimmung bestimmt. Warum nicht

Ich komme einfach nicht von der Serienidee runter, die mir seit Anfang im Kopf spukt.

BODY SURFING , by Anita Shreve. (Back Bay, $14.99.) A woman takes a job as a tutor and becomes involved in a wealthy family’s tensions and rivalries.

Wie sieht der Job genauer aus? Wer wird tutored und warum kann sie in die Intrigen der Familie hineingezogen werden. Es könnte sich um einen behinderten jungen Mann handeln, dem sie auch als Pflegerin dient, in den sie sich verliebt und der gleichzeitig als einer der Erben eines Familienunternehmens ein Objekt der Begierde der anderen Familienmitglieder ist.

Realistic Fiction

Thema: Gerechtigkeit / Gier / Verrat /

 

 

DUMA KEY , by Stephen King. (Scribner, $28.) A Minnesota contractor Bauunternehmer moves to Florida to recover from an injury and begins to create paintings with mysterious power.

Wie zeigt sich die mystirious power und woher kommt sie, warum gerade dieser Mann? Und was hat es mit der Injury zu tun?

Fantasy, wobei die mysteriöse Kraft wiederum in den Bereich des Horrors gehen könnte, aber auch positive Seiten haben könnte.

Thema: Verzweiflungstat / Entdeckung /

Der erwähnte positive Aspekt bedarf ebenfalls eines eigenen Begriffs, der mir aber noch fehlt.

 

 

IRON KISSED , by Patricia Briggs. (Ace, $7.99.) When her mentor is arrested for murder, a shapeshifting auto mechanic must clear his name.

Natürlich Fantasy, aber die Frage ist, wie man das umsetzt.

Fantasy, mit einem starken Element von Mystery. Auch hier kommt es auf die Gewichtung an, welches Genre letztlich die Oberhand gewinnt. Im Fall einer Mystery käme es darauf an, die Fähigkeit des shapeshifting als essentiell darzustellen, den Fall zu lösen.

Thema: Rache / Stolz / Fatum / Gerechtigkeit

 

 

KEY LIME PIE MURDER , by Joanne Fluke. (Kensington, $6.99.) A bake-contest judge is found dead, and Hannah Swensen must coax out the killer.

Frage: wer ist die Frau? Spielt alles an einem Ort, wie bei Rex Stout oder in einem Kontinent, wie bei the great chefs

klassischer Mysterie in der Nachfolge Rex Stouts.

Thema:

 

 

Worte / 11 Seiten // 11.02.2008 05:46 RK

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Montag, 7. Januar 2008

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Nachdem mich ein Artikel The Promise of Premise des e-zines Vision genervt hatte, habe ich endlich den Schlüssel zum Artikel gefunden. Im Artikel geht es zwar hauptsächlich um Film, aber der Autor sieht einen Zusammenhang zum Roman, der für mich auf den ersten Blick recht blödsinnig klingt, noch dazu wenn man bedenkt, daß er gerade mit jenem Film argumentiert, mit dem ich genau im gegenteiligen Sinn argumentiere. Da es sich bei dem Artikel um ein referiertes Gespräch mit einem Drehbuchautor handelt, sind es eigentlich dessen Ideen, um die es geht. Ausgehend von einem simplen Konzept nach dem Actionfilme gestrickt werden sollten Character + Conflict = Resolution und das er als einzig auf plot basierend darstellt hat er ein Konzept entwickelt, von dem er behauptet es basiere auf einer story. Dramatic Issue + Movement = Fulfillment. Hierbei geht es darum, der Hauptfigur eine menschliche Note zu geben, damit sich die Zuschauer mit dieser Figur identifizieren können. Diese Komponente ist für ihn die eigentliche Geschichte und wilde Verfolgungen oder mörderische Kämpfe dienen nur dazu, den Zuschauer fürchten zu lassen, daß der Held sein fulfillment nicht erreichen könnte, da er vorher umgebracht wird.

Nach reiflichem Überlegen komme ich zu dem Schluß, daß seine Überlegungen für plotgetriebene Geschichten sehr brauchbar sind, auch wenn dadurch natürlich keine storygetriebene Geschichte entsteht. Die Flugangst dient nur dem Zweck, die Figur dem Zuschauer emotional näherzubringen.

Natürlich handelt es sich nicht in unserem Sinn um eine story, denn weder erfahren wir etwas darüber warum die Ehe schlecht lief, noch warum McClane, das nicht schon früher bemerkt hat. Was aber an diesem Ansatz interessant ist, und das gilt für viele plotgetriebene Filmgeschichten, die Zuschauer können die Gefühle einer Hauptfigur nachvollziehen da sie nicht eigentlich mit der Handlung zu tun haben, sondern aus der Sphäre der Alltäglichkeit stammen. In plotgetriebenen Geschichten sollte man diesen Aspekt immer im Auge behalten. Man braucht eine Emotionalfigur, eine Figur über die mehr verraten wird, als die Handlung erfordert, und dieses Mehr stammt aus dem privaten Bereich der Figur. Es vermittelt den Eindruck von Tiefe, die in Wahrheit nicht existiert. George erwähnt, bei einem Roman habe es um Menschen zu gehen, nicht um Ideen. In Actionromanen und -filmen geht es meist nicht um "Menschen" weshalb diese kleinen Nebensächlichkeiten so wichtig sind, da sie den Zuschauer denken lassen, es ginge eben doch um menschliche Figuren und nicht nur um funktionale Figuren eines abgekarteten Spiels.

In einem weiteren Artikel des e-zines wird Arnold Toynbee zitiert. Hier geht es um die Konstruktion von Science-Fiction- und Fantasywelten. Genauer um die politischen Verhältnisse, die meist in solchen Geschichten allzu logisch verlaufen. Bestimmte Absichten führen generell zu den erwünschten oder logisch unerwünschten Ergebnissen. Das alles sieht dann sehr nach Konstruktion auf dem Reißbrett aus. Toynbee aber hat festgestellt

history is accidental and chaotic.

Gerade bei Politthrillern spielt dies eine wichtige Rolle. Wir hatten gestern einen Film aus dem Jahr 1982 gesehen, eine chaotische Politsatire mit Sean Connery: Wrong ist Right. Vordergründig geht es um das Fernsehen, aber gegen Ende des Films wird es geradezu prophetisch, denn da geht es darum einen Grund zu finden ein arabisches Erdölland zu überfallen, da dessen Herrscher die Atombombe hat und mit ihr das Worldtradcenter und New York demontieren möchte. Und wie in der Realität hatte der Herrscher nicht vor, New York zu vernichten, aber nachdem die Amerikaner die Bombe am Mast des Worldtradecenter vorgeführt hatten hatte niemand etwas dagegen, daß man das Land überfällt.

In diesem Film fehlt der erwähnte emotionale Aspekt weshalb man als Zuschauer einer chaotischen Handlung folgt, ohne sich mit dem Schicksal einer Figur verbunden zu fühlen. Zugleich geschieht eben doch alles nach Reißbrett, auch wenn es zuerst ganz anders aussieht. Das scheinbare Chaos war also nichts anderes als bis ins Letzte geplantes Chaos - eben Desinformation.

Politthriller können im Prinzip nicht wirklich storygetrieben sein, da in ihnen meist die Möglichkeit der Charakterentwicklung der leading stars fehlt. Doch wenn es gelingt deutlich zu machen, daß eine der Figuren eine private Tiefe besitzt, die in der Handlung nicht deutlicher werden kann, kann der Leser sich mit dieser Emotionalfigur identifizieren. Wenn dann noch deutlich werden kann, daß Ergebnisse politisch-fiktionaler Handlungen unternommen wurden, um ganz andere Ziele als die erreichten zu erreichen, dann hat man das Zeug für einen interessanten Roman. Wenn dies aber auch noch auf Realität beruht, dann hat man den Kern zu einem verkaufsfähigen Buch. 07/01/08 14:48



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Samstag, 29. Dezember 2007

plot und story

An Edgars Geschichte läßt es sich recht schön zeigen. Was hat es denn nun mit Plot und story auf sich? E.M. Forster redet von Fabel und hatte uns damit zusätzlich verwirrt.
Edgar wollte unbedingt seine Obdachlosen auf dem Melatenfriedhof behalten. Sie gehören nicht zur story, sie gehören zu einem plot. Daß der einbeinige Leistungssportler Franck 300 Euro abknöpft, und wie er das anstellt - ein plot. Daß er später Franck "rettet" - plot. Daß die gedungenen Schläger Franck ausrauben - plot. Dustin Hofmann als Prof. Hilbert erklärt es mit der Schwingtür und dem dahinter liegenden Gang. Plots, das sind nichts anderes als die Szenen aus denen eine Geschichte besteht.
Redet man also von plotgetriebenen Geschichten, dann redet man in sofern Unsinn, weil es eben immer die Szenen sind, aus denen eine Geschichte besteht, egal ob der Autor sich diese Szenen vor dem Schreiben ausgedacht hat, oder während des Schreibens.
Doch zurück zu Edgar, und der Frage, warum er so scheitern mußte. Edgar hat plots gesammelt; er wollte sogar vor dem November einen ganzen Haufen solcher plots haben. Edgar hat aber keine Fabel, keine story oder Geschichte. Und genau hier liegt das Problem der meisten Amateure: sie haben keine Fabel, keine story. Da Edgar sein Melatenfriedhof so wichtig war kann man es bei seinem Beispiel am deutlichsten zeigen. Plot ist nett, ist aber eben immer nur eine oder mehrere Szenen lang. Ein Plot muß in eine story passen.
Was wäre in Edgars Fall die story? Die story ist der Gesamtzusammenhang. Die story bestimmt, ob es 50.000 Worte werden, bei der story geht es um die ganz einfache Frage: worum geht es in deiner Geschichte. Sagte Edgar, es geht in meiner story um Freundschaft, wäre dagegen nichts einzuwenden; dann müßten seine Plots nur eben diesem Ziel dienen und er müßte uns in wenigen Worten deutlich machen können, wie seine story vom Anfang zum Ziel gelangt. Schnell wird klar: Freundschaft zwischen einem einbeinigen Leistungssportler und einem betrogenen Milliardärssohn als story kommt bei Edgar nicht in Frage, weil er eben keinen kontinuierlichen Flußlauf hierfür hat.
Geht es um einen betrogenen Milliardärssohn? Schon möglich. Zumindest beinhaltete dies die Möglichkeit einer story. Aber in diesem Fall hätten die plots den Verlauf dieser story bestimmen müssen. Das aber tun sie nicht. Franck über einige Tage zu verfolgen hilft nicht, diese story in seinem Roman zu entdecken. Wollte Edgar also retten, was nicht zu retten ist, er hätte zuerst nach einer story suchen müssen. Die einzige brauchbare story, die er hat lautet: alteingesessene Parfümeriefirma ist in dunkle internationale (teilweise kriminelle) Machenschaften verwickelt. Der nichtsnutzige Erbe entdeckt diese Machenschaften und gerät in Lebensgefahr.
Von dieser story ausgehend hätte Edgar recherchieren müssen. Zuerst einmal die Frage: wie kann eine alteingesessene Firma in Schwierigkeiten kommen, die sie in die Fänge mafiöser internationaler Wirtschaftsgangster gebracht haben könnte? Zweite Frage: warum sollte der Vater/Inhaber seinen Sohn aus seinem Erbe drängen wollen? Dritte Frage: wie kann der mißratene Sohn den geschäftlichen Machenschaften des Vaters und seiner Geschäftspartner auf die Schliche kommen? Vierte Frage: wer der Beteiligten hat ein Interesse und die Möglichkeit den Sohn auf kriminelle Weise zu bedrohen?
Hätte sich Edgar diese Fragen gestellt, hätten ihm die Antworten plots geliefert, um die sich bei den Amateuren immer wieder alles dreht. Die plots einer Geschichte sind nämlich nichts anderes als die Antworten auf die Fragen, die sich aus dem Nukleus, der story, die man erzählen will, ergeben. Bei unserem manual liest sich das mittlerweile folgendermaßen.
Erster Schritt: Nach der story suchen die erzählt werden soll. Sie hat einen Anfang und ein Ende, und sie ist durch ein Thema bestimmt, das sich durch Fragen näher beschreiben läßt. Bsp. die story handele von der Freundschaft zwischen einem Alien und einem Menschen. Warum ist der Alien auf der Erde? Wo kommt er her? Wie lernt er den Menschen kennen? Warum freunden sich die beiden an? Welchen Ausgang hat ihre Freundschaft? 29/12/07 14:56

Dienstag, 25. Dezember 2007

FW: Überarbeiten




Von: "Rainer Kyster"
Gesendet: 14.12.07 21:58:43
An: Betreff: Überarbeiten

Das folgende stammt von Sol Stein, der der Einzige war, mit dessen Tips zum Überarbeiten eines Textes ich etwas anfangen konnte. Aus seinen Vorstellungen und meinen Kommentaren sollte es möglich sein, ein Vorgehen zu erarbeiten, wie man einen ersten Entwurf kritisch anschaut um Fehler im Text zu entdecken. Ein Punkt scheint mir vor allen anderen wichtig zu sein: es gibt nicht den "richtigen" Text. Stein versucht den Eindruck beim Leser zu erzeugen als käme es auf den Lektor an, daß aus dem Machwerk eines Autors ein guter Roman wird. Das ist natürlich Unsinn. Letztes Jahr habe ich Christel Tolstois Krieg und Frieden vorgelesen. Das ist doch unzweifelhaft Weltliteratur, und der gigantische Entwurf ist ja auch beeindruckend. Aber wenn ich sehe, wie der Mann die Charaktere der Figuren verändert, ohne daß ich nachvollziehen könnte, warum die Veränderungen in dieser extremen Weise stattfinden, wie sie z.B. bei der Figur des Pierre stattfinden, dann finde ich das einfach nur mißlungen. Wichtig für einen erzählenden Text finde ich den Gesamteindruck. Kann man die Geschichte als solche akzeptieren, sind die geltenden Spielregeln eingehalten oder merkt man als Leser wo der Autor eintschieden hat, weil er eine bestimmte Richtung der Geschichte haben wollte, ohne daß die Figuren bereit gewesen wären ihm zu folgen.

Wie schon mehrfach erwähnt lese ich gern den Roman zum Film. Einer der letzten Filme, die wir gesehen hatten war A Secret Affair ein TV-Film aus dem Jahr 1999 mit Janine Turner als weiblicher Hauptdarstellerin. Der Film war nach einem Roman Barbara Taylor Bradfords. Vergleicht man Film und Roman stellt man fest, daß beide so gut wie nichts miteinander zu tun haben. Das bedeutet aber nicht, wie im Fall Nicholas Sparks, daß der Roman so schlecht war, daß die Drehbuchautoren daraus erst einmal eine Geschichte machen mußten. Im vorliegenden Fall haben wir es mit zwei grundverschiedenen Geschichten zu tun, deren Romanvorlage sich nur schwer als romantischer TV-Film hätte verarbeiten lassen.

Was mir dabei auffällt sind zwei wesentliche Punkte. Zum einen erst einmal, daß Klischees nicht automatisch zu völlig mißlungenen Romanen führen müssen, daß sie im Gegenteil das Zeug zu Bestsellern haben. Wenn aber ein weitgehend aus Klischees bestehende Geschichte zu einem Bestseller werden kann, sind alle Überzeugungen Steins bezüglich Qualität Makulatur. Meine beiden Lieblingsautorinnen sind zur Zeit Barbara Kingsolver und Jane Rule. Komplexe Figuren zu erfinden, wie die beiden es vermögen kann man vermutlich nicht lernen. Jedoch kann man lernen handwerklich korrekte Geschichten zu schreiben, die interessant und spannend sind. Und genau darum geht es mir.

Deshalb also im attachment ein längerer Beitrag aus Sol Steins Buch, der uns helfen könnte, eine Vorgehensweise zu finden, wie aus unseren ersten Entwürfen richtige Romane werden könnten.

R.K.

 

 

 

 




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Sonntag, 23. Dezember 2007

FW: Filmkritik




Von: "Rainer Kyster"
Gesendet: 13.12.07 22:00:59

Betreff: Filmkritik

Hallo ihr beiden Mitstreiterinnen,

wähle ich erst einmal diesen Weg der Kommunikation, der bei drei Personen schließlich auch funktioniert. im folgenden mal wieder eine Filmkritik.

The Russia House ein Film aus dem Jahr 1990 nach einem Roman John Le Carrés mit Sean Connery und Michelle Pfeiffer. Ein geradezu ideales Beispiel wie unverzeihliche Fehler entstehen. Le Carré ist vermutlich von einer großartigen Idee ausgegangen, die er unter die Menschheit bringen mußte. Selbst wenn Glasnost und Perestrojka das Ende des kalten Krieges bedeuten könnten, werden die Geheimdienste der Welt es nicht zulassen, daß der große Friede ausbricht.

Der nächste geniale Einfall der ihm gekommen sein mag lief darauf hinaus zu fragen welche Situation er konstruieren könne, die den Wahnsinn dieser Organisationen auf unterhaltsame Weise zeigen könnte. Da war vermutlich schnell die Idee mit der Figur des Dante geboren, ein Sowjetwissenschaftler, der beweisen kann, daß die russische Militärmacht überhaupt nicht in der Lage ist, einen Krieg zu führen. So weit so gut.

Die nächste Frage, die sich gestellt haben mag war die nach dem Weg, wie man die bösen Geheimdienste austricksen kann, von denen der "Fachmann" le Carré wußte, daß sie sich nicht einfach auflösen würden. Dazu brauchte er die Figur des versoffenen, unzuverlässigen Späthippies und Verlegers Bartholomew 'Barley' Scott Blair. Dieser soll das Manuskript Dantes veröffentlichen, und wenn erst einmal alle Welt die Wahrheit kennt, ist damit das Spiel der Geheimdienste und Militärs unterlaufen. So die Idee Dantes, so das Szenario, aufgebaut von Le Caré.

Damit es aber ein Spionagethriller wird, muß das Manuskript natürlich dem MI5, 6 oder welcher Nummer immer, in die Hände fallen. Und genau damit beginnt der ganze Ärger (zumindest des Filmes). Barley soll auf der Moskauer Buchmesse sein, wo ihm Katya Orlova, die mit Dante eng befreundet ist, das Manuskript aushändigen soll. Aber Barley ist nicht in Moskau.

Wir rekapitulieren: die Aufzeichnungen Dantes sind von einer weltgeschichtlichen Brisanz, und Dante - der Barley von früher kennt - ist überzeugt dieser Barley sei der einzige Mann, mit dessen Hilfe er der Welt die Augen öffnen kann, über die Ungefährlichkeit der sowjetischen Militärmacht. Da Barley aber nicht in Moskau ist, übergibt Katya das Manuskript eben irgendeinem beliebigen britischen Angestellten eines anderen Verlages. An dieser Stelle schreie ich laut und vernehmlich: kontextuelle Plausibilität. Ich kann das Problem des Autors, oder der Drehbuchautoren ja verstehen, aber wenn es ihnen nicht gelingt einen glaubhaften Weg zu finden, die der Geheimdienst in den Besitz der Notizen Dantes kommt, dann müssen die Herrschaften eben etwas länger nachdenken oder das Projekt auf den Müll werfen. Daß zum Landesverrat entschlossene Sowjetbürger einfach ein so brisantes Manuskript einem ihnen völlig unbekannten britischen Menschen in die Hand drücken, der es dann dem Geheimdienst weiterleiten kann, das geht nicht.

Doch es kommt noch schlimmer. Nun hat also der britische Geheimdienst dieses Manuskript. Und was tut er damit? Er kontaktiert den erwähnten, versoffenen, in Lissabon lebenden Barley. Warum er dies tun sollte? Keine Ahnung, da der mit der Sache ja nichts zu tun hat. Also konstruiert man einen Brief Katyas an Barley, aus dem hervorgehen soll, er und sie hätten ein Verhältnis miteinander gehabt. Klingt blöd, ist noch viel blöder, hat aber offensichtlich niemanden gestört. Auf diese Weise können wir doch wenigstens die erste echte Geheimdienstfilmszene drehen, in der die harten Männer den scotchtrinkenden Sean Connery nach Katya, Dante und seiner Kenntnis der Person Dantes befragen können.

Barley kennt aber gar keine Katya, was wiederum den ominösen Brief völlig idiotisch un unmotiviert in der Landschaft rumflattern läßt. Dafür kann man aber in ein, zwei Szenen deutlich machen, was es denn mit Dante und seiner Vorstellung auf sich hat, Barley wäre genau der Mann, den er sucht, um den Weltfrieden zu retten.

Als nächstes muß Barley Kontakt zu Dante aufnehmen. Es gibt zwar keinen Grund, warum er das tun sollte. Er ist alles andere als ein Typ, der dem Geheimdienst seines Vaterlandes dienen würde, aber er tut es dennoch. (Kontextuelle Plausibilität). Und er lernt Katya kennen, und verliebt sich natürlich auf der Stelle in sie. Als den Drehbuchautoren dieser Punkt gelungen ist, werden sie vermutlich mehr als nur drei Kreuze geschlagen haben, denn von nun an hatten sie doch endlich die Geheimdienstgeschichte, die sie bislang natürlich nicht hatten. Jetzt geht es um die Geheimdienste - und was da an Szenen zu drehen ist, das ist so abgeschmackt, das ist zwar nur Klischee, aber man könnte die entsprechenden Szenen auch gern als Plagiate bezeichnen.

Warum nun dies Gemecker? Eigentlich geht es mir um einen sehr entscheidenden Punkt, der an diesem Film sehr schön deutlich geworden ist. Man geht von einer vagen Idee aus, hat ein Ziel, auf das eine Geschichte zulaufen soll, hat vielleicht sogar ein Thema, das man ernst nimmt, und mit dem man der Menschheit etwas vermitteln will. Doch wenn die Idee nicht funktioniert, dann muß man entweder solange suchen, bis sie funktioniert oder man muß die Idee aufgeben. Le Caré neigt dazu Geschichten zu erzählen, bei denen er meint es passe schon, da ja jeder wisse, wie verrückt diese Geheimdienste in ihrer Paranoia sind. Er vergißt nur allzu gern, daß es sich nicht um Realität handelt sondern um eine fiktionale Welt in der seine Geschichte spielt, und die erfordert eine innere Logik, die nur minimal verbogen werden darf.

Spielt ein Roman im Geheimdienstmilieu darf ich die absurdesten Vorstellungen bezüglich der Männer in den grauen Mänteln haben, aber wenn ich mich im Rahmen einer fiktionalen Realität bewege, dann muß ich kontextuell plausibel bleiben. Ein geradezu anarchistischer Verleger wird ohne guten Grund nicht mit solchen Typen zusammenarbeiten. Ein idealistischer Verräter wird vielleicht glauben, ein anarchistischer Verleger sei der rechte Mann, seine Gedanken zu veröffentlichen, er, oder seine Freundin wird aber nicht so naiv sein, das Manuskript einem wildfremden Mann anzudrehen, damit der es dem eigentlichen Adressaten übergibt.

Daß später im Film Barley mit Dante zusammentrifft und Barley Dante zwar klar macht, daß sein Manuskript zwar leider in die Hände des Geheimdienstes gefallen sei, stört wenig. Wenn Dante dann aber immer noch darauf besteht, daß Barley sein Manuskript veröffentlichen soll, dann sollte man den Drehbuchautoren ihr Manuskript um die Ohren schlagen. Sind diese Menschen so dumm oder verarschen sie nur uns als Zuschauer? Und ich rede immer nur vom Film, ich hoffe insgeheim immer noch, daß Le Caré nicht ein ganz so großer Versager ist, wie die Drehbuchautoren dieses Films.

Solltet ihr also den Mut haben, eure Geschichten meiner Kritik auszuliefern, dann könnt ihr euch darauf gefasst machen, daß ich versuchen werde euch auf solche Fehler hinzuweisen, denn wie ich vor Jahrzehnten einem dänischen Krimiautoren geschrieben hatte, ich glaube kaum, daß es ein Buch gibt, in dem ich solche oder ähnliche Fehler nicht entdecke. Die meisten dieser kontextuellen Fehler sind Meinungssache. Da ist der eine spitzhöriger als der andere, aber letzten Ende kann man unterschiedlicher Meinung sein. Im vorliegenden Fall funktioniert das aber nicht, weil es Punkte waren, von denen die ganze Geschichte abhing. Und es war nicht ein gewaltiger und unverzeihlicher Fehler, es waren deren mindestens drei, die alle dazu geführt hätten, daß die Autoren keine Geschichte zu erzählen hätten, hätten sie keine bessere Lösung gefunden.

R.K.




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Samstag, 1. Dezember 2007

FW: Re: Blogkram




Von: kyster@web.de
Gesendet: 02.11.07 08:28:36
An: "Kuester, Oliver"
Betreff: Re: Blogkram



Von: "Kuester, Oliver"
Gesendet: 01.11.07 23:43:40
An:
Betreff: Blogkram

So, über das Layout läßt sich streiten, aber ich komme langsam in die Sache rein, also unter der Adresse trapcode.twoday.net kommst du in den Blog, aber das ist langweilig, denn wenn ihr zwei Wochen in Heilighafen seit, geht das noch viel einfacher, mit einer Email. Du schickst an trapcode.5738@twoday.net eine Email, und die Software generiert aus Betreff und Text einen neuen Eintrag.
 
Das mit dem Wetter ist ein kleiner Joke, kann ich aber auch wieder rausnehmen wenn das Wetter zu gut ist. Und nein ich verwende jetzt kein Smiley :-( upps, schon passiert. Da nur du als Contentmanager eingetragen ist und sonst niemand kann eigentlich auch niemand etwas kommentieren.
 
So far,
O


Ich weiß, da ich es noch nicht gesehen habe, zwar nicht, was das mit dem Wetter ist. Da aber Rieke das bremer Wetter auf ihrem blog hat, könnte es vielleicht das beste sein, wenn bei mir Wettermeldung drin ist und bleiben sollte, das Heiligenhafener (also Fehmarner)  Wetter zu nehmen. Aber auch das werde ich ja, wenn ich die restlichen 94 mails gelöscht habe, sehen.

R.K.




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Nachdem mich ein Artikel The Promise of Premise des...
trapcode - 7. Jan, 15:16
plot und story
An Edgars Geschichte läßt es sich recht...
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